Rezensionen
In ihrem Roman „Mischa – Liebe ist universell“ nimmt uns das Autorenduo Valerie le Fiery und Frank Böhm mit in ein kleines bayerisches Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Es wirkt ein wenig wie damals bei meinen Großeltern – geprägt von Tradition, Arbeit und unausgesprochenen Erwartungen. Der zwanzigjährige Mischa steht vor einer Zukunft, die andere längst für ihn geplant haben: Nach alter Tradition soll er den elterlichen Bauernhof übernehmen. Doch hinter dieser Fassade aus Pflicht und Gewohnheit brodelt ein innerer Konflikt. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der den Mut aufbringt, aus einem vorgezeichneten Leben auszubrechen, um Antworten…
Dieses Buch sollten besonders jene lesen, die Krieg oder Konflikte leichtfertig glorifizieren. „Reben im Sturm" führt eindringlich vor Augen, dass Krieg niemals eine Lösung ist, sondern immer Leid, Zerstörung und langfristige Folgen für ganze Generationen mit sich bringt. Der Erste Weltkrieg war nicht nur ein europäischer Konflikt – die Kolonialmächte mit ihren globalen Rivalitäten um Rohstoffe, Märkte und Territorien in Afrika, Asien und anderswo bildeten den tiefen Ursprung dieses Weltenbrandes. „Reben im Sturm" von Elisabeth Marienhagen ist ein packender historischer Liebesroman und zugleich der Auftakt einer Saga, der die Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs eindringlich einfängt. Im Mittelpunkt…
IT-Rentner Olaf kann es nicht lassen, den Privatdetektiv zu geben – diesmal allerdings ohne sein selbst programmiertes Handy-Virus. Fast ein wenig schade. In seiner Wohnung wird es zunehmend eng: Sohn, Schwiegertochter und das Enkelbaby ziehen mangels bezahlbaren Wohnraums mit ein. Da kommt es ihm gerade recht, dass ein Freund für ein Jahr ins Ausland geht und ihm sein kleines Haus in einer Wohnsiedlung überlässt. Doch auch dort währt die Ruhe nicht lange – im Zuge der Ermittlungen wird es erneut beengt und unerwartet turbulent. Unterstützt wird Olaf von zwei Assistentinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gerade diese Gegensätze sorgen für…
Mit „Sehnsucht nach Sunny Grove – Kotsoteka“, dem zweiten Band, entwirft Charles M. Shawin eine eindringliche Erzählung über innere Konflikte, Lebensentscheidungen und die fragile Balance zwischen Zugehörigkeit und Aufbruch. Im Zentrum steht Sara, die seit Jahren bei den Kotsoteka-Comanchen lebt und dort als „Nadua“ – die sich wohlfühlt – ihren Platz gefunden hat. Doch ich hatte beim Lesen schnell das Gefühl, dass diese Ruhe trügerisch ist: Alte Bindungen, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte holen sie immer wieder ein und stellen ihre gewählte Heimat infrage. Besonders stark empfand ich den historischen Kontext, der die gesamte Handlung trägt. Während des 18. Jahrhunderts begann…
„Ein Kobold namens Gisela": Ein Jahr mit Mina und Gisela von Lina George, ist eine herzerwärmende Alltagsgeschichte über zwei Katzen, erzählt mit viel Humor, Zuneigung und einem Augenzwinkern. Im Mittelpunkt steht die verspielte, neugierige Mauskatze Gisela, die als kleiner Wirbelwind in das gemütliche Haus einzieht und mit ihrer sanften, schwarzen Gefährtin Mina ein Jahr voller kleiner Abenteuer erlebt. Lina George fängt die Welt aus Katzenperspektive so lebendig ein, dass man die beiden Fellnasen förmlich vor sich sieht – von frechen Streichen bis hin zu zärtlichen Momenten. In 21 chronologisch aufgebauten Kapiteln begleitete ich die beiden durch die Jahreszeiten ihres Alltags:…
Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, Autorinnen und Autoren persönlich zu begegnen, deren Bücher mich schon zuvor begleitet und berührt haben. Zur Leipziger Buchmesse traf ich Helena Baum – eine Begegnung, die so intensiv war wie ihre Romane selbst. Sie überreichte mir ihr neues Buch mit der Bitte um eine Rezension. Und was soll ich sagen: Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass mich diese Geschichte nicht mehr loslassen würde. Auf 230 Seiten entfaltet sich eine bewegende Geschichte über Nähe und Distanz, Verlust und Neubeginn. Ella und Jasper – ein Paar, das an den Grenzen seiner Beziehung steht…
Mit „Toxisch – Mein. Für immer.“ legt Jes Schön einen Roman vor, der schmerzt, wütend macht und zutiefst berührt. Es ist kein Buch, das man „einfach so“ liest – es ist eines, das man aushalten muss. Und genau darin liegt seine Kraft. Schon das erste Kapitel entfaltet eine emotionale Wucht, die kaum Raum zum Atmen lässt. Als Leser sind wir dazu verdammt, die Füße stillzuhalten: Wir können nicht eingreifen, egal welcher Brutalität die Protagonistin ausgesetzt ist. Hier wird nichts beschönigt, keine Szene mit Samthandschuhen angefasst. Die Geschichte von Emelie, gefangen in einer Ehe voller psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt, trifft…