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Rezensionen

Mit Gleissturz legt Dietmar Cuntz einen Justizthriller vor, der gleichrangig an der Auflösung eines Falls und an den Rissen interessiert ist, die ein Fehlurteil im Leben eines Menschen hinterlässt. Im Zentrum steht Erol Klein: Nach zwei Jahren Haft freigesprochen, juristisch rehabilitiert – und doch gesellschaftlich gezeichnet. Der Roman folgt diesem Nachhall der vermeintlichen Wahrheit mit einer Ernsthaftigkeit, die weit über das Genre hinausweist. Was bleibt, wenn die Akte geschlossen ist, das Misstrauen jedoch fortlebt? Dabei entfaltet sich die Handlung nicht nur als Kriminalfall, sondern als Studie über Schuldzuschreibung, Stigmatisierung und die fragile Mechanik öffentlicher Wahrnehmung. Die Ermittlungen der Kommissare Bintje…
„Echorockband oder das ganz große Geld“ ist ein ungewöhnlich aktueller Krimi über Love-Scamming, der Liebesgeschichte, Vereinsleben und organisierte Kriminalität zu einem spannend erzählten „Scammerkrimi“ verwebt. Im Zentrum stehen der Gitarrist Miguel, für den die Echorockband und der Musikverein „Goldene Note“ Lebensinhalt sind, und Olga, eine IT-Fachfrau und Geflüchtete aus Tadschikistan, die sich hinter der glamourösen Identität „Alice“ verbirgt. Während Miguel vor allem für Musik und Vereinskasse brennt, kämpft Olga mit traumatischer Fluchterfahrung, der Sorge um ihre Familie und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. ​Der Roman zeigt, wie professionelle Scammer systematisch emotionale Schwachstellen ausnutzen: Olgas Sehnsucht nach ihrer Familie, ihre Hilfsbereitschaft und…
Mit „Todestiefe“ legt Bernadette Calonego den inzwischen siebten Fall für Calista Gates vor, die mittlerweile als Staff Sergeant eine neue Taskforce der RCMP leitet. Schon der Einstieg hat mich überzeugt: Mehrere Menschen stürzen an Neufundlands Küsten von den Klippen, offiziell ist von Selbstmorden die Rede, doch schnell zeigen sich Ungereimtheiten und verdächtige Zufälle. Die Autorin verknüpft den aktuellen Fall um eine junge Mutter, deren Leiche nie gefunden wurde, mit früheren ungeklärten Stürzen und öffnet damit ein ganzes Geflecht aus familiären Spannungen, alten Verletzungen und unterschiedlichen Wahrheiten innerhalb eines eng verflochtenen Umfelds. Besonders gelungen fand ich, wie nach und nach sichtbar…
Matthias Härtels Buch „Die Geschichte eines Fotos“ ist ein eindringliches Stück gelebter DDR-Geschichte. Was mit der scheinbar unspektakulären Szene eines Familienfotos beginnt, entfaltet sich nach und nach zu einem vielschichtigen Panorama von Kindheit, sozialem Aufstieg, Widerstand, Haft und schließlich Ausreise. Der Text ist zugleich Erinnerung, Anklage und eine Liebeserklärung an eine Familie, die sich von keinem System brechen ließ. Ausgangspunkt ist ein Foto aus dem Frühjahr 1984: der letzte Abend in der DDR. Die Eltern, der nichtsahnende kleine Bruder, der Sohn mit einem Kloß im Hals – und eine Zukunft, die buchstäblich an der Türschwelle auseinanderbricht. Von diesem Bild aus…
„In der Kürze liegt die Würze“ – und genau das beweist Heiderose Teynors Roman auf eindrucksvolle Weise. Auf wenigen Seiten entfaltet sich eine Familiengeschichte, die Krieg, Gefangenschaft, DDR-Alltag und den Mauerfall 1989 umspannt: das Schicksal von Toni, Marie und ihrer Tochter Mandy. kompakt erzählt und doch voller Tiefe, Gefühl und innerer Spannung – das hat mich besonders überzeugt. Wir begleiten Toni durch die Härte sibirischer Kriegsgefangenschaft, wo ein paar handbeschriebene Seiten über seine thüringische Heimat zu seinem inneren Rettungsanker werden. 1955 kehrt er nach Jena zu Marie zurück, später wird Tochter Mandy geboren – doch im neuen Staat wird ihre…
Norbert Sternmut ist ein lyrischer Perfektionist. Seine Gedichte fordern dazu auf, tiefer in seine Denkmaterie vorzudringen. So auch sein neuestes Werk Schattensprung – 144 Seiten philosophischer Reflexion, durchzogen von gesellschaftlicher Kritik in nuancierten Versen. Es ist kein Buch, das man beiläufig liest, sondern eines, das fordert – und einlädt, über den eigenen Schatten zu springen. In den Abschnitten „Nahaufnahme“ und „Lichteinfall“ entfaltet Sternmut eine fotografisch geschärfte Perspektive, die Abbild und Wahrnehmung kunstvoll verschränkt. Er überschreitet gesellschaftliche Grenzen und tradierte Denkmuster, kritisiert kriegerische und gewaltförmige Konfliktmodelle und entwirft stattdessen die Vision einer „Solidarität der Kreaturen“ – einer empathischen Verbundenheit von Mensch,…
Unglaublich – bereits der 13. Band der Schwedenthriller-Reihe, und doch gelingt es Fiona Limar und Leif Eklund erneut, von der ersten Seite an zu fesseln. Todesstollen entführt die Leser wieder in die düstere, atmosphärisch dichte Welt der schwedischen Ermittlerin Alva Claesson – und liefert Hochspannung pur. Der Einstieg ist packend: Ein Mädchen bricht bei einer Wanderung abseits der Wege in einen alten Stollen ein. Bei der Rettungsaktion wird eine Leiche entdeckt – die Überreste einer Sechzehnjährigen, die vor zehn Jahren verschwand. War es ein Unfall oder Mord? Die Ermittlungen führen Alva Claesson und ihr Team zurück in die Vergangenheit und…
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