Rezensionen
„Ein historisches Highlight, das tief berührt!“ Mit Unordentliche Verhältnisse hat mich Fiona Limar, die hier unter dem Pseudonym Ilka Roth schreibt, auf eine Weise überrascht, die ich nicht erwartet hätte. Obwohl ich historischen Romanen meist mit einer gewissen Zurückhaltung begegne, war ich schon nach wenigen Seiten in dieser dichten und atmosphärisch fein gezeichneten Geschichte angekommen. Es ist einer jener seltenen Romane, die nicht nur mein Interesse wecken, sondern mich emotional ganz in ihren Bann ziehen. Im Mittelpunkt steht Ilse, eine junge Frau in den Zwanzigerjahren, die sich aus engen und belastenden Verhältnissen heraus ihren eigenen Weg zu erkämpfen versucht. Besonders…
Der Autor Dietmar Cuntz überrascht seine Leserinnen und Leser mit sieben Kurzgeschichten, in denen kleine Menschengruppen in den unterschiedlichsten Alltagssituationen aufeinandertreffen. Ob in einem steckengebliebenen Aufzug, während eines Kochkurses, auf einer Wanderung oder bei anderen zufälligen Begegnungen – stets stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und ihre feinen, oft leisen Dynamiken im Mittelpunkt. Die Geschichten zeigen ein vielschichtiges und interessantes Bild menschlicher Begegnungen. Unterschiedliche Charaktere, Temperamente und Lebenswege treffen aufeinander und formen vertraute Gruppenkonstellationen: Einige übernehmen die Führung, andere bleiben eher im Hintergrund, wieder andere versuchen zu vermitteln. Besonders berührt haben mich jene Figuren, die sich in solchen Situationen unsicher fühlen oder…
Mit „Was wir einander schuldig sind“ hat Wilma Borghoff einen einfühlsamen Familienroman vorgelegt, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Die Autorin erzählt von Verlust, Verantwortung und der manchmal leisen, aber unglaublich wichtigen Kraft von Zuwendung. Schon der erste Satz hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen: Ein Anruf, eine erschütternde Nachricht – und das Leben einer Familie steht plötzlich Kopf. Besonders packend ist die enorme emotionale Dynamik, die Borghoff aufbaut. Die sterbenskranke Jessica konfrontiert ihren Vater Jarik und dessen Frau Elvira mit einer Entscheidung, die keine Zeit mehr lässt und ein gewaltiges Ausmaß an Veränderungen mit sich bringt. Sehr…
Mit eigenen Händen ... ist ein kleines Buch von großer Wärme. Es erzählt nicht einfach vom Bau eines Hauses, sondern vom Bau eines Lebens: mit Schweiß, Einfallsreichtum, Familienkraft und jenem trotzig-zuversichtlichen Willen, aus wenig etwas Bleibendes zu schaffen. Zwischen Beton, Brettern und alten Erinnerungen leuchtet immer wieder das Menschliche auf. Da ist der Vater als kraftvolle, beinahe mythische Gestalt, die Mutter als stille, unermüdliche Hüterin des Ganzen — und beide zusammen bilden das Herz einer Geschichte, die zugleich privat und zeitgeschichtlich ist. Besonders schön ist der Ton des Buches: liebevoll, manchmal augenzwinkernd, immer nah am Leben. Die vielen kleinen Szenen…
In ihrem Roman „Mischa – Liebe ist universell“ nimmt uns das Autorenduo Valerie le Fiery und Frank Böhm mit in ein kleines bayerisches Dorf, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Es wirkt ein wenig wie damals bei meinen Großeltern – geprägt von Tradition, Arbeit und unausgesprochenen Erwartungen. Der zwanzigjährige Mischa steht vor einer Zukunft, die andere längst für ihn geplant haben: Nach alter Tradition soll er den elterlichen Bauernhof übernehmen. Doch hinter dieser Fassade aus Pflicht und Gewohnheit brodelt ein innerer Konflikt. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der den Mut aufbringt, aus einem vorgezeichneten Leben auszubrechen, um Antworten…
Dieses Buch sollten besonders jene lesen, die Krieg oder Konflikte leichtfertig glorifizieren. „Reben im Sturm" führt eindringlich vor Augen, dass Krieg niemals eine Lösung ist, sondern immer Leid, Zerstörung und langfristige Folgen für ganze Generationen mit sich bringt. Der Erste Weltkrieg war nicht nur ein europäischer Konflikt – die Kolonialmächte mit ihren globalen Rivalitäten um Rohstoffe, Märkte und Territorien in Afrika, Asien und anderswo bildeten den tiefen Ursprung dieses Weltenbrandes. „Reben im Sturm" von Elisabeth Marienhagen ist ein packender historischer Liebesroman und zugleich der Auftakt einer Saga, der die Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs eindringlich einfängt. Im Mittelpunkt…
IT-Rentner Olaf kann es nicht lassen, den Privatdetektiv zu geben – diesmal allerdings ohne sein selbst programmiertes Handy-Virus. Fast ein wenig schade. In seiner Wohnung wird es zunehmend eng: Sohn, Schwiegertochter und das Enkelbaby ziehen mangels bezahlbaren Wohnraums mit ein. Da kommt es ihm gerade recht, dass ein Freund für ein Jahr ins Ausland geht und ihm sein kleines Haus in einer Wohnsiedlung überlässt. Doch auch dort währt die Ruhe nicht lange – im Zuge der Ermittlungen wird es erneut beengt und unerwartet turbulent. Unterstützt wird Olaf von zwei Assistentinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gerade diese Gegensätze sorgen für…