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Rezensionen

Nachdem mich der Auftakt der historischen Reihe von Fiona Limar, die hier unter dem Pseudonym Ilka Roth schreibt, so unerwartet tief berührt hat, stand für mich fest: Ich möchte Ilse auf ihrem weiteren Weg unbedingt begleiten. Zu sehr ist mir diese junge Frau bereits im ersten Band ans Herz gewachsen. Mit Unglücksbräute gelingt der Autorin eine Fortsetzung, die mich sofort wieder fesselnd in Ilses Welt hineingezogen hat. Die dichte, atmosphärische Erzählweise des ersten Bandes setzt sich fort und bekommt zugleich eine neue, fesselnde Nuance. Ilses Weg führt sie diesmal fort aus der erstickenden Enge ihres Heimatdorfes und hinein in die…
Wenn Nähe nicht mehr Geborgenheit bedeutet Mit ihrem neuen Roman „Nähe ist kein Zuhause“ gelingt Verena Dahms ein leises, tief berührendes Buch über den schmalen Grat zwischen Anpassung und weiblicher Selbstbestimmung. Für mich ist es vor allem eine Geschichte über einen Menschen, der sich selbst fast verloren hat – und den Mut finden muss, sich wiederzufinden. Die Geschichte beginnt im goldenen Herbstlicht von Paris. Ariane verlässt ihre vertraute, perfekt geordnete Welt, um ihrem Ehemann Laurent nach Marseille zu folgen. Was zunächst wie ein gemeinsamer Aufbruch in ein neues, vielleicht sogar aufregenderes Leben erscheint, wird zunehmend zu einer Reise nach innen. …
Es gibt Bücher, die liest man. Und dann gibt es Bücher, die sich in der Seele breitmachen, sich einnisten, einiges durcheinanderbringen, die dich nicht mehr loslassen, ob des abrupten Wechsels von zauberschön zu einem psychischen und physischen Martyrium. „Herabschauender Hund“ gehört für mich genau zu diesen Büchern, denn Die Geschichte hat mich am Ende sehr nachdenklich und aufgewühlt zurückgelassen Ich wusste durch die Triggerwarnungen, dass mich keine leichte Geschichte erwarten würde. Trotzdem war ich nicht darauf vorbereitet, wie tief mich Anna und Felix berühren würden. Das atmosphärische und isolierte Setting in den Bergen, rund um das alte, renovierungsbedürftige Forsthaus, unterstreicht…
Wenn die Kränkung zur Waffe wird Manchmal beginnt ein Mord nicht mit dem grellen Mündungsknall eines Schusses, dem kalten Aufblitzen einer Klinge oder in einem einzigen, verhängnisvollen Augenblick des Affekts. Er beginnt viel früher, im Stillen, im Verborgenen. Dort, wo sich eine Kränkung tief ins Fleisch frisst, wo Verletzungen über Jahre hinweg eitern und aus einem rein persönlichen Schmerz langsam, aber unaufhaltsam ein verzerrtes Weltbild erwächst. Alex S. Judges Kriminalroman „Tödliche Abgründe“ erweist sich als ein literarisches Seziermesser, das genau in diese psychologischen Wunden hineinschneidet. Das Buch verweilt nicht bloß an der Oberfläche von Leichen und Indizien, sondern blickt auf…
Rena Bardorf schenkt uns ein feines Büchlein voller ergreifender Kurzgeschichten, die mich auf leise, aber nachhaltige Weise erreicht haben. Diese Geschichten erzählen von Menschen, die mit ihrem Schicksal ringen, von Verletzungen, Verlusten und dem langen Weg zur inneren Versöhnung. Besonders gefallen hat mir, dass Bardorf gerade den unscheinbaren Momenten Raum gibt – jenen Augenblicken, die im Alltag oft übersehen werden, aber im Herzen lange nachklingen. Alles wirkt dabei ehrlich und feinfühlig, ohne jemals ins Kitschige abzurutschen. In „Heimatland – Niemandsland“ wird die innere Zerrissenheit des Protagonisten Stefan Maronow eindrucksvoll sichtbar. Als ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter im Westerwald lebt er zwischen Anpassung…
Ein leiser, aufwühlender Befreiungsschlag gegen die Schatten der eigenen Familie Es gibt Geschichten, die mich auf eine sanfte und zugleich eindringliche Weise sofort durch ihre ungeschönte, schmerzhafte Echtheit gefangen nehmen. Aida Larsingens Novelle „Schwestern Liebe“ ist genau so ein kleines Büchlein – unscheinbar in seiner Größe, aber gewaltig in seiner emotionalen Wirkung. Es liest sich wie das Psychogramm einer Frau, die im emotionalen Eis einer toxischen Familie aufgewachsen ist und nun Schritt für Schritt lernt, sich selbst wiederzufinden. Im Mittelpunkt steht Marina, eine feinfühlige Englischlehrerin, mit der ich von der ersten Seite an intensiv mitgefühlt habe. Ihr ganzes Leben lang…
Elisabeth Marienhagens Roman Blüte der Hoffnung ist weit mehr als ein historischer Liebes- und Familienroman. Er ist ein eindringliches literarisches Zeugnis darüber, wie eine menschenverachtende Ideologie schleichend in den Alltag eindringt, Beziehungen vergiftet und schließlich Leben vernichtet. Selten hat mich ein Buch so tief berührt wie dieses. Ich habe es nicht einfach gelesen – ich habe es erlebt. Immer wieder musste ich innehalten, weil mich die Schicksale der Figuren, ihre Ängste, ihre Hoffnungen und ihre zunehmende Ausgrenzung tief erschüttert haben. Blüte der Hoffnung ist kein leichtes Buch. Es verlangt Aufmerksamkeit, Mitgefühl und die Bereitschaft, sich dem Schmerz der Geschichte auszusetzen.…
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